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(Update 1) Vergleich: Mail-Apps auf iOS, Alternativen zu Mailbox?

Update: Textpassagen zu Airmail auf dem iPad geändert.


Logo des Mailprogramms MailboxMailbox war für mich (und viele andere Menschen) eine Erlösung. Endlich gab es eine schlanke und schnelle Möglichkeit, Emails zu verwalten. Optisch ansprechend gestaltet und mit „Schlummerfunktion“, „Wegwischen ins Archiv“ und dem resultierenden #InboxZero wurde die Emailverwaltung simpel und man hatte zu jeder Zeit nur diejenigen Mails vor Augen, die aktuell wichtig waren. Meinen Workflow Mails betreffend hat diese App stark beeinflusst, aber leider stampfte Dropbox das Projekt Mailbox ein.

Es heißt also Alternativen suchen: Auf dem Mac nutze ich selten das integrierte Apple Mail und meistens Airmail 2. Auf iOS sah es düster aus, aber Anfang 2016 hat sich einiges getan: Airmail ist erst auf dem iPhone gestartet und im April aufs iPad gekommen. Spark war schon 2015 auf dem iPhone, und schaffte Anfang 2016 kurz vor Airmail den Sprung aufs iPad.

Generell Doof: Mailbenachrichtigungen & Sicherheit auf iOS. Möchte man Benachrichtigungen auf sein Telefon bekommen, muss sich ein Server des App-Herstellers meine Login-Informationen, also Emailadresse inklusive Passwort sichern und Mails abfragen, um danach meine Geräte und damit auch mich über diese neuen Mails zu benachrichtigen. Da ich diese Passworte nicht abseits meiner Kontrolle auf Servern rumliegen haben will, wird das hier der „iOS-Mailvergleich Entschleunigungsedition – Mail ohne Push“.

Mit dabei sind

 Logo des Mailprogramms Airmail

Alle Apps haben im Schnitt vier bis viereinhalb Sterne. und Boxer Pro ist mein persönlicher Außenseiter, weil ich von dem noch nie was gehört habe.* Noch ein Wort zur Lokalisierung vorab: Ich nutze alle Apps in englischer Sprache, daher werde ich mit keiner Silbe auf fehlende oder fehlerhafte deutsche Lokalisierung eingehen.Apple Mail auf dem iPad. Werbescreenshot von Apple

Ich habe kein Problem mit Apple Mail, denn es arbeitet bei mir grundsolide, aber die Wischgesten sind nicht sonderlich komfortabel und die Personalisierung dieser Gesten nicht existent. Apple Mail folgt damit der von Apple verfolgten „Einfachheit“. Das kann zu Beginn ein Segen sein, einen aber auch schnell Grenzen aufzeigen. Ich werde Apple Mail hier nicht gesondert aufführen, denn die App sollte jeder kennen, der sich für diesen Artikel interessiert.


 

 Logo des Mailprogramms Readdle Spark Vorstellung Spark: Ich nutze Spark seit seiner Veröffentlichung im Februar 2015 und bin seitdem Hin- und Hergerissen zwischen Begeisterung und Verwunderung, wie bei Readdle teilweise Entscheidungen getroffen werden.**

Die Begeisterung liegt an den frei personalisierbaren Wischgesten, die ich mir seit Mailbox gewünscht hatte. Die dunkelblaue Optik finde ich ganz schick, aber insgesamt wirkt die App in meinen Augen ein bisschen zu verspielt.

Verspielt-verzweifelte Features als Kaufargument?

Einige Funktionen von Spark wirken ideenlos und aufgesetzt. Das gilt speziell der Quick Reply-Funktion.  Screenshot der Quick Reply Funktion in SparkReaddle hat sich vorgestellt, dass es der Emailkommunikation förderlich ist, wenn man Emails mit einem Like oder ähnlichem Smilie mit nur einem Klick beantworten kann. Wirkt aufgesetzt und so erfindet man Mail ganz bestimmt nicht neu. Ein eher nutzloses „Feature“. Aber man kann es personalisieren oder das komplette Feature einfach ausschalten. Dazu kommt das nicht so ganz neue, aber in den letzten Jahren stiefmütterlich behandelte Feature der Lesebestätigung. Man erhält eine Push-Nachricht (würde man Push nutzen), wenn der Empfänger die Mail geöffnet hat. Ist ganz witzig, hat aber nur in den seltensten Fällen einen Mehrwert – eher schürt es die gleichen negativen Warum-Antwortet-XY-Nicht-Gedanken wie Whatsapp mit seinen Häkchen. Auch hier gilt: Man kann es deaktivieren.

Die Personalisierung der App ist vielfältig und zu Beginn verwirrend: Da gibt es die Sidebar, es gibt Swipes und Widgets, dazu noch die Einstellungen mit vielen Optionen. Hat man einmal etwas Zeit investiert, ist ein personalisiertes Spark wirklich sehr angenehm zu benutzen. In der Hauptansicht lässt sich fast alles anpassen, es gibt lediglich drei Buttons die sich nicht verändern lassen. Der Sidebar-Button, der Neue-Email-Button und der für die Suche. Farbdesigns gibt es drei in verschiedenen Blautönen.

Vorläufiges Fazit: Alles oben genannte macht Spark zu einem tollen Mail-Client mit abschaltbaren Macken, der sich vorbildlich personalisieren lässt und einem an kaum einer Stelle bevormundet, außer bei der blauen Farbe. Man kann auf die bereits angekündigte Mac-Version gespannt sein.

Logo des Mailprogramms AirmailVorstellung Airmail. Airmail ist Anfang 2016 endlich vom Mac auf das iPhone gesprungen, das iPad wurde mit Airmail 1.1 auch bedacht. Die Versionsnummer ist 1.1, kleine Macken wären also noch zu verzeihen, die App ist allerdings funktional schon sehr ausgereift. Ich bin schon seit geraumer Zeit Airmail-Nutzer auf dem Mac. Das ist anpassbar und funktioniert ganz hervorragend mit mehreren Accounts. Der Sprung auf iOS und Universal geht erstaunlich schnell und fehlerlos über die Bühne. Das Design ist schlicht und schick, die flinken Animationen lassen Airmail schnell und leicht wirken, die schiere Masse an Optionen ist sogar überwältigender als bei Spark, wirkt allerdings besser gegliedert und dadurch weniger bedrückend – setzt aber mindestens genauso viel Einarbeitungszeit voraus.

Dennoch gibt es einige Einstellungen ganz unlogischerweise nicht. Wie auch Spark beherrscht Airmail die Anzeige von mehreren Mails als „Konversation“, wobei die neuesten Mails oben angezeigt werden. Persönlich mag ich die Anzeige andersherum. In der Inbox ist alles wie immer, die neuen Emails erscheinen oben, wenn aber eine neue Mail innerhalb einer Konversation erscheint, dann sollte diese unter den anderen Nachrichten gelistet werden. Das ist nicht schwer, Spark kann das und paradoxerweise Airmail für den Mac auch, nur die iOS-Version kennt lediglich die zwei Einstellungen „Neue Konversation oben“ und „Konversationen aus“. Teile des Textes sind mit Version 1.0.1 entstanden, dieser dort fehlende Einstellungspunkt ist mit Version 1.1 dazugekommen. Ebenfalls neu: Passwortschutz via TouchID. Leider kann man die Inbox einen kurzen Moment sehen, ehe sich die Passwortabfrage vor die Inbox schiebt. Leider kann man auch noch nicht einstellen, wann sich der Schutz aktivieren soll.

Vorläufiges Fazit: Tolle Funktionen, Einstellungen für die kleinsten Details und ein minimalistisches Design, dazu vorbildliche Dokumentation und ein offensichtlich durchdachtes Gesamtkonzept. Mails managen mit Airmail macht Spaß.

Nun zum Vergleich beider Apps. Zur Optik habe ich mich schon ausgelassen und werde es unten auch weiter.

Das neue Herzstück dieser Emailapps sind Wischgesten. Im großen Stil fing das mit Mailbox an, Spark und Airmail können das selbstverständlich auch. Spark kann zwei Aktionen pro Seite, also kurzes und langes Wischen jeweils nach rechts und links. Somit sind vier schnelle Aktionen möglich, ausgewählt werden kann dabei aus acht Emailoptionen plus Speicheroptionen wie „Save to Dropbox“. Über diese letzte Option kann man auch mit einem Wisch auf das iOS-eigene Share-Menü zugreifen, um seine Mails an alle möglichen anderen Apps zu übergeben.

 Wischgeste "Move To" in Readdle Spark

Airmail kann natürlich auch mit Wischgesten bedient werden: Es stehen sage und schreibe 18 Möglichkeiten zur Verfügung. Dazu kann man noch 12 Speicheroptionen aktivieren und es werden 24 Apps speziell unterstützt, die man ebenfalls – nach Installation – in den Einstellungen für Aktionen aktivieren kann. Auch hier kann man auf das iOS-Share-Menü zugreifen. Während Spark zwei Wischoptionen pro Wischrichtung vorsieht, lässt Airmail vier Aktionen pro Richtung zu, also ein Maximum von acht schnellen Aktionen. Theoretisch praktisch, aber im echten Leben gewöhnungsbedürftig, da man hier sehr exakt wischen muss, damit man nicht die zu archivierende Mail versehentlich löscht, weil man einen Pixel zu weit gewischt hat – immerhin wird nach jeder Aktion für einige Sekunden ein „Rückgängig-Button“ eingeblendet. Ich bin auf Airmail wieder auf zwei Aktionen pro Richtung zurückgegangen.

Screenshot von Airmail iPhone und allen Einstellungen von iCloud SynciCloud-Sync zwischen App-Installationen: Hier kann sich Spark zwischen verschiedenen iOS-Geräten synchronisieren, oder bei einer erneuten Installation die Einstellungen wiederherstellen. Airmail geht die Synchronisierung deutlich detaillierter an. Für den iCloud-Sync kann hier kleinteiligst jede zu synchronisierende Einstellung de-/aktiviert werden. Außerdem kann die Synchronisation auch so eingestellt werden, dass das iPhone die Änderungen vom Mac übernimmt, aber nicht andersrum. Dieser Vorteil kommt mit dem offensichtlichen Nachteil des Sich-Gedanken-Machen-Müssens einher. Die Einfachheit ist nicht mehr gegeben, wenn man sich bei 24 Optionen überlegen soll, ob die Nutzung auf iPhone und Mac identisch ist und die Synchronisierung an oder doch besser ausgeschaltet sein sollte. Mir ist es aber so lieber als ein Spark, bei dem ich nur die Wahl habe, ob ich Sync für alles haben will oder gar keinen Sync. Bei beiden Apps klappt die Synchronisation wie man sich das vorstellt. Achtung: Bei Spark muss man sich mit einem Account anmelden, danach wird der Sync inklusive Passwörter durchgeführt, während bei Airmail zwar Accounts und gewählte Einstellungen übertragen werden, aber keine Passwörter – die müssen immer händisch eingegeben werden, was eindeutig die sicherere und vertrauenswürdigere Methode ist.

Support-Vergleich: Ich nutzte beide Apps und hatte zu beiden Feature-Vorschläge, Fragen und/oder Fehlermeldungen. Bei beiden Herstellern kam eine Antwort, wobei Readdle (die Entwickler von u.a. Spark) länger zum Antworten brauchte als der Airmail-Support. Bei Spark wird häufig mit Satzbausteinen gearbeitet, bei denen ich mich gefragt habe, ob der Mitarbeiter meine Mail 1. gelesen und 2. verstanden hat. Dennoch gab es meistens eine Lösung oder eine befriedigende Antwort. Bei Airmail lief es etwas unkomplizierter: Kurze Emails, manchmal nur 1-2 Sätze, keine Anrede, keine Verabschiedung, keine Satzbausteine, eher ein chatartiges Gespräch, was durch kurze Reaktionszeiten immer erfreulich schnell Ergebnisse lieferte. Die Support-Qualität ist unterschiedlich, ich finde Airmail hier besser, aber beide liefern in meinen Augen Qualität ab, so dass dieser Vergleich keinen Ausschlag in die eine oder andere Richtung geben sollte.

Kein Wort zu Push, das hatte ich oben ja angekündigt – ein kleiner Absatz wird es dennoch. Die Pushlosigkeit ist angesichts der Gewöhnung an Push-Benachrichtigungen eine kleine selbstauferlegte Qual. Neue Emails sehe ich nur, wenn ich die App öffne. Aber wenn ich auf eine Email warte, muss ich die App der Wahl immer wieder öffnen und Mails abholen lassen, das ist schon arg unkomfortabel. Bequemlichkeit versus Sicherheit: Ich war schon geneigt, meiner mir inhärenten Bequemlichkeit nachzugeben, den Fremdservern zu vertrauen und Push zu aktivieren, aber habe mich doch zurückgehalten. Hier wäre mir eine Art Background App Refresh ganz recht, das gibt es aber augenscheinlich so (noch) nicht.

Fazit: In der Zeit des Testens und Schreibens ist viel passiert. Airmail ist auf dem iPad gelandet und Spark hat sich verbessert. Boxer Pro flog schon vor der Hauptrunde raus*, Spark und Airmail liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ohne eindeutigen Sieger nach Punkten. Beide sind in ihrer Disziplin außerordentlich gut. Sieger meines Herzens ist eindeutig Airmail. Es hat mehr Funktionen, wirkt dabei gleichzeitig weniger überladen, die schlichtere Optik sagt mir mehr zu. Im Vergleich fehlen Airmail zwar einige Funktionen, aber das sind die, die ich bei Spark nach einigen Wochen Probelauf deaktiviert hatte. Aktuell fehlt Airmail noch das gleichzeitige Wegwischen mehrerer Mails, was die einzige Funktion ist, die ich im Vergleich mit Spark vermisse. Sobald Airmail hier gleichzieht, kann ich es ohne Einschräkung empfehlen.
Noch nutze ich beide Apps parallel, durch IMAP sind die Inhalte ja identisch (bis auf die Mails im Schlafmodus, die Modi sind bei Spark leider app-spezifisch), aber ich kann mir vorstellen, dass Airmail Spark in einiger Zeit von iPhone und iPad verdrängt haben wird.

Logo des Mailprogramms Boxer* zu Boxer Pro. Diese App wurde mir empfohlen, will mir aber aus mehreren Gründen nicht gefallen:

  • Der Ansatz, Mail, Kalender und Kontakte in einer App zu vereinen, kann man mögen, aber ich will genau eine App pro Aufgabe (Immerhin, man kann Kalender und Kontakte als Funktion komplett abschalten – allerdings nicht einzeln, sondern nur beide gemeinsam).
  • Dazu kommen noch Design/Usability-Macken, die mich nach einigen Tagen zur Deinstallation gebracht haben. Zum Beispiel lässt sich die Navigation nur über das übliche Symbol (drei waagerechte Streifen) oben links schließen, aber nicht durch Wischen von rechts nach links. Man muss immer wieder mit dem Daumen nach oben rechts greifen. Das ist besonders beim Schließen ungewohnt und unpraktisch.
  • Bei InboxZero werden mir riesige Share-Buttons für Facebook und Twitter angezeigt. Was soll das? So bleibt es irrsinnigerweise ästhetischer, immer mindestens eine Mail im Posteingang zu behalten.

Dabei will ich nicht sagen, dass Boxer Pro eine schlechte App ist, aber ich fand sie merkwürdig und ich werde sie nicht nutzen, obwohl sie funktional durchaus mit Airmail und Spark mithalten kann und obwohl diese App als einzige Mail App Passwortschutz hat (ohne TouchID). Update: Airmail hat jetzt TouchID-Passwortschutz, wie oben geschrieben.


Logo des Spark-Entwicklers Readdle** zu Spark und dem Entwickler Readdle: Ich mag deren iOS-Apps eigentlich sehr gern, nutze Documents und PDF Expert, dazu Scanner Pro (wenn ich ihn nicht bald durch Scanbot ablöse) und ab und zu auch PDF Converter und Printer Pro. Auf dem Mac – anfangs begeistert, mittlerweile immer skeptischer – PDF Expert. Bei der Mac App und Spark, also den letzten beiden Apps von Readdle finde ich einige diskussionswürdige Entscheidungen: So ist Spark teilweise optisch verspielt und nicht sehr iOS-like, zudem werden eher schwachsinnige Funktionen als Alleinstellungsmerkmal hervorgehoben. Bei PDF Expert gibt es einige Designentscheidungen, die ich nicht verstehe. Das soll hier nicht Thema sein, vielleicht wird das von mir an anderer Stelle mal thematisiert. Ich war zum Test also bereits leicht voreingenommen.

10 Kommentare zu “(Update 1) Vergleich: Mail-Apps auf iOS, Alternativen zu Mailbox?

  1. Hallo Balthasar,

    ich finde diesen Artikel äußerst spannend und habe eine Frage bezüglich Spark unter iOS:
    Wie hast du es hingekriegt deine Mail Accounts ohne die Push-Aktivierung einzurichten? Bei mir wird z.B. beim Google Mail Account bei der Einrichtung automatisch der „Kennzeichen anzeigen“- bzw. „Mitteilungseinstellungen: Smart“-Haken gesetzt und ich kann ihn erst nach der Einrichtung des Kontos wieder entfernen.
    Das bringt dann doch aber herzlich wenig, denn das Passwort ist dann ja bereits auf die Spark Server übertragen worden, oder habe ich da einen Denkfehler drin?
    Über eine kleine Hilfestellung bin ich äußerst dankbar (am liebsten direkt per Mail) 🙂
    Schöne Grüße und einen entspannten Feierabend,
    Lukas

    • Balthasar

      Da hast du natürlich recht Lukas. Um bei der Einrichtung direkt „Keine Benachrichtigungen“ auswählen zu können kann es sein, dass du der App generell Benachrichtigungen verbieten musst. Bei mir ist dann „Keine Benachrichtigungen“ ausgewählt und beim Antippen von Smart oder Alle erscheint ein Overlay mit dem Inhalt, ich solle doch erst Spark in den Einstellungen Benachrichtigungen erlauben.

      • Danke für deine fixe Antwort!

        Stimmt, wenn man vor der Konteneinrichtung in den iOS Einstellungen die Rechte entzieht, sollte das passen, da hatte ich gar nicht drüber nachgedacht. Ich werde das bei Gelegenheit mal testen, danke für den Tipp 🙂

        Schöne Grüße,
        Lukas

  2. Bernhard Schulze

    Hallo!

    Insgesamt bin ich bei den meisten Beschreibungen bereits selbst schon auf das gleiche Ergebnis gekommen. Spark hatte ich schon installiert und eingerichtet, aber mir fehlte dazu das Mac-Gegenstück. Bei meiner weiteren Recherche bin ich dann auch auf Airmail (mittlerweile Nr. 3) gestoßen. Hat mir auch genau so gut gefallen und vor allem ist es auf allen meinen Apple-Geräten verfügbar.

    Und nun das gaaanz große MINUS: Nach Aufräumen, Ausmisten und Archivieren der Mails wollte ich die Archive exportieren, um Platz zu machen – aber da ist nichts mit Mail-Export. Nur ein Mail nach dem anderen als EML zu sichern und man muss auch noch händisch den Dateinamen bei Konversationen anpassen. Drag-und-Drop funktioniert leider auch nicht wie in der Online-Hilfe beschrieben. Man sieht zwar den Zähler am Cursor, wieviele Mails man in einen Ordner verschieben will, aber nach dem Loslassen wird nichts abgelegt.

    Support kontaktiert mit dieser Problematik und als Antwort kommt nur ein Link zurück zu einer Hilfeseite, auf der beschrieben wird, wie man Account-Daten im- und exportiert. Also vollkommen sinn- und nutzlos.

    Wer also vor hat, seine Mails auch einmal auszulagern und nicht eine Mail nach der anderen einzeln als EML abzuspeichern, wird nicht darum herum kommen, sich einen zusätzlichen Mail-Client einzurichten (z.B. Apple-Mail), um das zu bewerkstelligen.

    Beste Grüße
    BS

    • Balthasar

      Das kann ich so verifizieren. Hab auch mal nachgefragt – die Antwort eher unbefriedigend.
      Da mein Mailaufkommen nicht so groß ist, bleibe ich bei meinem Fazit, aber mit dem Hinweis, dass auch Airmail nicht die eierlegende Wollmichsau ist und man eventuell für einige Aufgaben auf Apple Mail zurückgreifen muss. Ich musste das bisher noch nicht.

  3. Bernhard Schulze

    Meine Mailumgebung sieht mittlerweile so aus: Thunderbird auf dem Mac und wieder Spark auf iOS. Alles per IMAP synchronisiert, Ablageregeln auf dem Mac – auch wenn ich die schon auf dem iPad gelesen habe, werden die sauber nach den Regeln verschoben, wenn ich Thunderbird öffne.
    Über die Oberfläche kann man geteilter Meinung sein, aber im Großen und Ganzen sieht es wie Apple Mail oder Outlook aus. Nicht wirklich viel Unterschied.
    Das große Plus bei Thunderbird ist, dass man einstellen kann, nach wie vielen Sekunden eine Mail als gelesen markiert wird, und nicht wie bei Apple Mail sofort beim Anfassen, was total nervtötend ist. Das Addon „QuickFilters Assistant“ hilft beim Erstellen neuer Regeln allein durchs Ablegen in einen Ordner – einfacher geht’s nicht.
    Ich sehe das so: Apple hat mit Mail eine App mitgeliefert, die wohl dem Großteil der User (Mac oder iOS) absolut ausreichend ist. Sowie man mehr machen muss, kommt man um eine andere Lösung einfach nicht herum. Genügend Alternativen gibt es, man muss eben in den sauren Apfel beißen und testen, was für einen selbst die sinnvollste Kombination ist. … in der Hoffnung, dass das auch eine Weile in der Form erhalten bleibt 😉

  4. man kann aber Apple Mail auch mit einigen Plugins aufbohren und vermisste Features nachlegen – das mache ich z.B., weil ich Apple Mail einfach im Grunde gut funktioniert, es schön in das System integriert ist und konstant weiterentwickelt wird.

    • Balthasar

      Das gilt jetzt eher für Apple Mail auf macOS, oder?
      Oder kann man iOS Apple Mail mit Plugins sinnvoll bereichern? Eine kurze Suche hat bei mir jetzt nichts wirklich wertvolles ergeben.

  5. Daniel

    Danke für den Artikel. Habe so eine gute Airmail-Alternative gefunden. Airmail stößt bei mir leider an seine Grenzen – ca 300 Mails und 1 GB Anhänge täglich, sind für Airmail einfach zu viel. Bisher scheint Spark da stabiler zu laufen.

    • Balthasar

      Freut mich 🙂
      Mein Mailaufkommen ist deutlich geringer, und ich würde fast behaupten, dass die Datenmenge für nahezu jedes Mailprogramm eine Last ist? Eine interessante Info ist das allemal. Wer sehr viele Mails/Anhänge bekommt, sollte Spark also unter diesem Gesichtspunkt testen.
      Ich bin weiterhin mit Airmail sehr zufrieden, sowohl unter iOS als auch unter macOS. Jetzt fehlt nur noch ein ähnlich überzeugendes Mailprogramme für Win10.

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