Gedöns

Peter Breuer

Peter Breuer PR-BildWerbung kann ich ja aus Prinzip nicht leiden, aber Peter Breuer verzeihe ich seine Tätigkeit.

Der Mann hat sich schon länger mit geschriebenem Wort beschäftigt und vieles, was ich bisher vor meine Augen bekam, hat mich begeistert. Seine Werbung nicht immer, aber das kann auch an Formaten und steifen Auftraggebern gelegen haben. Allerdings ist es ein Genuss, seine Rezensionen zu Magazinen auf uebermedien.de zu lesen. Während es einfach zu sein scheint, einen Verriss amüsant zu schreiben, so ist es ungleich schwieriger, etwas zu loben, dabei spezifisch zu bleiben und im Beifall auch noch zu unterhalten: Die Kunst beherrscht er, wie er an – der mir unbekannten – Das Wetter beweist. Den Verriss kann er selbstverständlich dann auch ganz famos.

Das Heft ist die Papier gewordene Sexyness eines Lebens in permanenter Missionarsstellung. Was jetzt auch kein besonders guter Veganerwitz ist, aber die Wissenschaft der Veganerwitze ist in diesem Punkt noch am Anfang (Peter Breuer zu Vegan).

Zu Ausmalheften generell und dem Brigitte Spezial zum Thema vermutet er: 

Möglicherweise ist der Ausmal-Trend eine weitere Stufe der gesellschaftlichen Regression von Erwachsenen, die in einer immer komplizierter wirkenden Welt die bepulloverten Hände um eine schöne große Tasse Kakao schlingen wollen und sich in ein Bällebad wünschen.

Abseits von uebermedien.de bloggt Peter Breuer auch bei wuv.de über den Schreibstil von Werbeverkäufern, oder ganz aktuell zur Causa Böhermann/Erdogan/Merkel/undwemnichtnochalles: Satire ist Opium fürs Volk. Und auf peterbreuer.me gibt es Gedanken zu Menschen, Hotels, Pegida* und den Schwarm. Alles lesenswert.

Kurz und gut: Ich mag Peter Breuers pointierten und kurzweiligen Schreibstil. Mehr Werbung von ihm und mein Bild von Werbung wäre womöglich besser.


*: Die Rechtschreibkorrektur findet Pegida sollte Pepita heißen. Alle Bedeutungen von Pepita sind neutral bis positiv und somit ist mein Computer ein guter mechanischer Biedermaier und passt sich in unsere Gesellschaft ein: Zu Hause bleiben und das Schlimme auf der Welt ausblenden.

(Beitragsbild von peterbreuer.me)

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