Gedanken

Kostenloser Personennahverkehr – wirklich?

Verwöhnt von einem Studententicket, für das ich etwa 300 Euro im Jahr für Berlin & Brandenburg inklusive Fahrradmitnahme zahle, was ich als durchaus attraktiven Preis sehe, bin ich jedes Mal in anderen Städten schockiert, was man eigentlich so pro Fahrt löhnen soll.

Ich war lange ein Gegner von – meiner Ansicht nach – übertrieben hohen Preisen im öffentlichen Nahverkehr und ein großer Verfechter eines kostenfreien ÖPNV. Das dieser Gedanke naiv war und nur schwer umzusetzen, war mir bereits bewusst als ich über diesen Text von 2012 stolperte, der Fakten bündelt und einen guten Überblick darüber liefert, was alles bedacht werden muss, wenn man einen ÖPNV umstrukturieren möchte.

Umso erfreuter war ich über einen Artikel im Freitag, der unter anderem auf eine Machbarkeitsstudie für Berlin (PDF (die Webseite gibt es nicht mehr, daher der Link zur Waybackmachine)) verlinkt, die von der Piratenpartei in Auftrag gegeben wurde. Ich habe die Studie nicht komplett gelesen, die sich ihrer Unvollständigkeit durchaus bewusst ist. Mit noch vielen offenen Fragen lautet das vorläufige Ergebnis, dass es prinzipiell möglich ist den Berliner ÖPNV so umzugestalten, dass jeder Bürger Berlins das komplette Netz nutzen kann, wenn alle knapp unter 50 Euro im Monat zahlen. Das klingt erstmal viel, vor allem weil das BVG-Jahresabo mit 58Euro/Monat auch nicht viel teurer ist als diese Schätzung. Da aber jetzt schon jeder den ÖPNV über Steuern mitfinanziert, wäre die Mehrbelastung im Vergleich zu jetzt definitiv unter 50 Euro. Jedenfalls theoretisch.

Wie auch immer, ich bin gespannt, was sich da in ferner Zukunft bewegen wird (und hoffe inbrünstig, dass da kein Verwaltungsmonster a la GEZ aus dem Boden gestampft wird).

 

0 Kommentare zu “Kostenloser Personennahverkehr – wirklich?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.