Gedanken

Satire geht ja mal garnicht – #JeSuisCharlie

Das lag lag jetzt eine Weile in meinen Entwürfen: Ich kenn die NRWZ nicht, was ich nicht weiter schlimm finde, aber sie hat den Der Postillon -Artikel Aus Scham: G36-Konstrukteur versucht schon seit Tagen, sich mit dem G36 zu erschießen auf Facebook geteilt.

Die Reaktionen darauf waren teilweise harsch, um es nett auszudrücken. Ich bin mir sicher, dass einige der Kommentatoren vor kurzem noch #JeSuisCharlie-Profilfotos hatten. Die NRWZ hat diesen Gedanken auch. Verständlich, mutet dieses Verhalten doch ziemlich bigott an,

Aber das ist die aktuelle gesellschaftliche Satire-Akzeptanz. Sie darf ruhig wehtun, nur einem selbst vor den Kopf stoßen, das geht ja überhaupt nicht. Da geht Satire zu weit. Da müssen Verbote her, oder Vorratsdatenspeicherung. Kurzer Themenwechsel: Beim GDL-Streik ist der Split ähnlich: Streiks sehr gern, es sei denn, sie tangieren mich nicht in meinen Alltag. Das entspricht der von Ruprecht Eser geäußerten Kritik, in der er unter anderem eine Empörungsdemokratie vorwirft.

Darauf wird auch im NZZ-Artikel mit dem Titel Lachen bis zum bitteren Ende hingewiesen. Zudem werden dort traditionelle Nachrichtensendungen mit satirischen Fernsehsendungen verglichen und es wird ein Missstand angeprangert. Boulevardeske Talkshows und tendenziöse Berichterstattung sorgen auf der einen Seite für Misstrauen, auf der anderen gewinnen satirische Sendungen Zuschauer, indem sie Information mit Spaß bündeln. Für Deutschland seien hier Heute Show / Die Anstalt und manchmal auch Neo Magazin Royale genannt, aus Übersee Last Week Tonight mit John Oliver. Alle vier sehr zu empfehlen.

Satire greift die Onkelhaftigkeit des Fernsehens (oder des beliebigen Mediums) an. Ich hoffe, Bürger lernen wieder sich zu empören ohne die Empörung vorgesetzt zu bekommen und die Empörung – unabhängig von Satire – wieder an den richtigen Stellen anzusetzen. Dummerweise setzt das Intelligenz in der Masse voraus und da bin ich skeptisch.

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